Ammoniak ist eine der meistproduzierten Chemikalien der Welt. Es handelt sich dabei (bei Zimmertemperatur) um ein farbloses, stechend riechendes Gas. Es besteht aus den Elementen Wasserstoff und Stickstoff im Verhältnis 1 zu 3. Die Summenformel lautet NH3.

Ammoniumverbindungen sind schon seit der Antike bekannt, dort allerdings in der Form von Salmiak. Im alten Ägypten geschah die Gewinnung aus Kamelmist. Ammoniak entsteht in der Natur durch Zerfallsprozesse in Laub oder Tierkot, dort aber nur in kleinen Mangen.

Daher war die Verbindung lange Zeit ohne größere Bedeutung, bis ins Jahr 1840, als Justus von Liebig das Verfahren der Stickstoffdüngung einführte. Neben dem Einsatz als Düngemittel spielt Ammoniak eine Rolle bei der Gewinnung von Salpetersäure.

Der große Vorteil von Ammoniak liegt in darin, dass man es als fckw-freies Kühlmittel einsetzen kann. Es wird bereits in Kühltheken großer Supermarktketten und Eislaufhallen und -plätzen verwendet und ist aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften herkömmlichen Kühlmitteln überlegen.

Ammoniak schmilzt bei -77,7 Grad Celsius. Sein Siedepunkt liegt bei -33 Grad Celsius und es ist schnell löslich in Aceton, Alkohol und Chloroform. Vor allem biologisch ist Ammoniak von großer Bedeutung, da es ein Zwischenprodukt beim Auf-und Abbau von Aminosäuren bildet. Aufgrund seiner toxischen Eigenschaften wird Ammoniak zur Ausscheidung im Körper in den ungiftigen Harnstoff umgewandelt.

Ein besonderes Augenmerk muß auf die Chemikalie in Hinsicht auf die Gewässerökonomie gelegt werden, da sie in der Lage ist, den pH-Wert des Wassers negativ zu beeinflussen. In dieser Umgebung wird Ammoniak durch die verstärkte Photosynthesetätigkeit von Algen erzeugt. Steigt der pH-Wert über ein bestimmtes Niveau, ist ein Fischsterben unvermeidlich.

Ammoniak verhält sich zu den meisten Organismen hochtoxisch, daher ist beim Umgang mit dieser Chemikalie größte Vorsicht walten zu lassen. Zufällige Ammoniakvergiftungen sind aufgrund des stechenden Geruches eher selten.

Die Benutzung von Atemschutz und Schutzbrille sind beim Umgang mit der Chemikalie unerläßlich. Wird sie eingeatmet, reagiert sie aufgrund der Feuchtigkeit ätzend auf die Schleimhäute und die Augen.

Werden größere Mengen aspiriert, kommt es zu schweren Schädigungen des Atmungsapparates, wie beispielsweise Ödemen. Dies kann im schlimmsten Fall bis zum Atemstillstand führen.

Da die Aufnahme von Ammoniak dazu die Blutchemie negativ beeinflusst, wird auch das zentrale Nervensystem bei einer Ammoniakvergiftung in Mitleidenschaft gezogen, was sich in Händezittern, Orientierungslosigkeit, Sprach- und Sehstörungen bis hin zum Koma äußert.

In besonders schweren Fällen ist ein lethaler Ausgang nicht auszuschließen. Auch wenn es nicht zu einer akuten Vergiftung kommt, ist jedoch auch Vorsicht vor chronischen Auswirkungen geboten. Langfristig kann es zu Bronchialasthma, Husten oder Atemnot kommen.

Auch veterinärmedizinisch hat die langfristige Ammoniakexposition eine große Bedeutung. Werden Rinder unter strohlosen Bedingungen in einem schlecht belüfteten Stall gehalten, in dem vergleichsweise hohe Temperaturen herrschen, kann die Konzentration von Ammoniak in der Luft stark ansteigen. Die Folge davon ist eine höhere Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen, verminderte Futteraufnahme und Leistungseinbußen.

Durch den Einsatz von Ammoniak als Düngemittel besteht die Gefahr, daß die Chemikalie in das Wasser von Fischteichen übergeht. Somit ist dies auch für die Fischwirtschaft bedeutsam, da es bei hohen Ammoniakkonzentrationen im Wasser zu Absterben von Hautarealen und Flossen, zentralnervösen Zuständen oder sogar Massensterben kommen kann.

Ammoniak Druckminderer aus EdelstahlFür den industiellen Bedarf wird Ammoniak in Stahlflaschen mit bis zu 50 Litern und Stahlfässern mit 500 kg Inhalt geliefert. Der Dampfdruck bei 20 °C beträgt 8.59 bar. Zur Gasentnahme aus Stahlflaschen werden spezielle Druckminderer benötigt.

Aufgrund der korrossiven Eigenschaften von Ammoniak ist darauf zu achten, dass die Entnahmearmaturen bzw. deren gasberührenden Bauteile aus Edelstahl oder Aluminium gefertigt sind. Die Dichtwerkstoffe müssen ammoniakresistent sein. Bezugsquelle für Ammoniak sind fast alle großen Gasehersteller und deren Vertriebspartner.